Die Tücken der bewussten persönlichen Entwicklung

Es ist morgens um 2 Uhr. Soeben war ich erwacht und ich musste den Traum aufschreiben, den ich gerade geträumt hatte. Ich wusste, dass er eine wichtige Botschaft für mich hatte.

Der Traum zeigte mir ein tief sitzendes kritisches Prinzip so klar wie noch nie: «Ich plane zu viel und leiste zu wenig.» Oder mit etwas mehr Wachheit und Rationalität formuliert: «Ich erreiche meine Pläne nicht, leiste also zu wenig. Weil ich zu wenig leiste, muss ich mehr einplanen» Das ist eindeutig eine ungünstige Spirale und erhöht die Unzufriedenheit.

Ich erinnerte mich an eine frühere Einsicht: «Ich muss meine Leistung mehr wertschätzen und nicht mehr leisten» Das gelingt mir manchmal und manchmal weniger. Im Halbschlaf kam mir die Einsicht, warum mir das mit der Wertschätzung nicht gelingt:

Mir ist meine persönliche Bewusstseinsentwicklung und ein nachhaltiger Lebensstil sehr wichtig und ich orientiere mich in meinem Handeln ziemlich gewissenhaft an diesen Werten, für dich ich mich ja bewusst entschieden habe. In der Tat entwickelt sich so mein Bewusstsein mehr als mein Geldbeutel und ich wachse nachhaltig qualitativ, aber wenig quantitativ. Und warum fühle ich mich mit diesem erfolgreichen Integrieren meiner Werte in mein Leben doch manchmal innerlich unzufrieden?

Mein Unbewusstes misst mein Tun dann immer noch mit den Werten, die ich als Kind kennen gelernt hatte. «Man muss einfach genug leisten, dann kommt man auch zu etwas.» Das Unbewusste meldet: «nicht erfüllt».

 

Das bedeutet: Ganzheitliche Bewusstseinsentwicklung muss auch ins Unterbewusstsein sinken!

Vielleicht ist das eine Erklärung, warum nachhaltiger Wertewandel in der Gesellschaft oft länger (eben ein bis zwei Generationen) dauert, als man sich wünscht. Ich denke da z.B. gerade an die Integration der Gleichberechtigung der Geschlechter oder an den befreiten Umgang mit der Sexualität, vielleicht auch die Etablierung einer Demokratie.

 

Und, liebe Freunde in der Welt: Woher kommt wohl jetzt gerade dieser Zweifler, der mir sagt: «Ach komm. DAS willst du jetzt wirklich veröffentlichen? Sind es die paar Zeilen wert?»

 

Ich gebe zu. Die Lösung hab ich jetzt gerade nicht, aber die Einsicht ist der besste Weg zu Besserung, oder? Und vielleicht ist es ja für mich persönlich ein wichtiger Schritt, jetzt auch noch mein Internet anzuschalten, und den Blog direkt und so frisch von der Leber, wie er ist, zu veröffentlichen.

 

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, zu lesen, ob und wie du dich angesprochen fühlst.

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